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Gesichtskontrolle im Wespennest

Auf einen Blick

Insekten erkennen Gesichter

  1. 1

    Individuelle Gesichter auseinanderzuhalten, trauten Forscher bisher nur höheren Wirbeltieren mit einem großen Gehirn zu, insbesondere Säugetieren. Doch auch einige Insekten können das leisten.

  2. 2

    Während sich Honigbienen darauf immerhin trainieren lassen, verfügt die Feldwespe Polistes fuscatus sogar über einen speziellen Wahrnehmungsmechanismus, durch den sie Gesichtszeichnungen von Artgenossen leicht erfasst. Das Prinzip ähnelt dem von Primaten.

  3. 3

    Das winzige Insektengehirn könnte Informatikern Anregung geben, wie sich Software zur Gesichtserkennung weiter verbessern ließe.

Große geistige Leistungen traut man Bienen und Wespen eigentlich nicht zu. In ihrem kurzen Leben geben angeborene Verhaltensprogramme weit gehend vor, wie sie Nester bauen, Nektar sammeln und die Brut großziehen. Bei den meisten Arten überwintern nur junge Königinnen, gründen im nächsten Jahr ein neues Nest und sterben im selben Sommer. Umso erstaunlicher, dass manche von ihnen Artgenossen am Gesicht erkennen – was an sich als herausragende Fähigkeit von Primaten gilt. Eine von uns (Tibbetts) entdeckte dies bei einer nordamerikanischen Feldwespe, Polistes fuscatus. Die Insekten merken sich die Gesichter ihrer Nestgenossen und unterscheiden daran bei zukünftigen Kontakten, ob sie eine Wespe kennen oder nicht. Wie der andere Autor dieses Artikels, Dyer, daraufhin herausfand, lassen sich auch Bienen, die solche Unterscheidungen an sich nicht vornehmen, entsprechend trainieren. Sogar menschliche Gesichter können sie bisweilen lernen auseinanderzuhalten.

Unser Gehirn ist mindestens 10 000-mal so groß wie das dieser Insekten. Nach einer verbreiteten Vorstellung wuchs es im Vergleich zu anderen Primaten besonders deshalb dermaßen an, weil wir uns in komplexen Gesellschaften zurechtfinden und eine größere Anzahl Individuen auseinanderhalten müssen. Wenn Insekten mit einem winzigen Gehirn im Grunde Ähnliches leisten, fragt sich, welche Hirnstrukturen und Mechanismen bei ihnen daran beteiligt sein mögen und wie sie entstanden. Erkenntnisse hierzu sollten auch für Informatiker interessant sein, die Software für Gesichtserkennung entwickeln.

Tibbetts’ Entdeckung im Jahr 2001 war reiner Zufall. Als sie gerade als Doktorandin anfing, wollte sie einige Einzelheiten des Soziallebens besagter Feldwespe genauer untersuchen, über die Verhaltensforscher schon eine Menge wussten. Diese Wespen bilden überschaubare kleine Kolonien mit oft mehreren Königinnen. Um die sozialen Kontakte zu erfassen, pflegte Tibbetts alle Tiere eines Nests auf dem Rücken mit Farbtupfern zu markieren und filmte dann das Geschehen. Doch einmal hatte sie zwei Wespen übersehen. Damit waren die Aufnahmen wertlos – es sei denn, es gelänge ihr, diese beiden Individuen trotzdem irgendwie auseinanderzuhalten.

Beim Betrachten des Films merkte die Forscherin plötzlich, dass sie ihre Gesichter anhand der gelben, braunen und schwarzen Streifen und Flecken unterscheiden konnte. Neugierig fragte sie sich, ob diese Insekten das untereinander wohl auch taten. …

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